Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Fachstelle der WSV für Verkehrstechniken

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Inhalt: Wahrschaufloß mit regenerativer Energieversorgung

Wahrschauflöße dienen zur Gefahrenkennzeichnung auf Binnenwasserstraßen. Die Signalgebung erfolgt durch propangasbetriebene Signallaternen sowie durch Tafelzeichen gemäß der auf der Binnenschifffahrtsstraße jeweils gültigen Verkehrsordnung. Die Tafelzeichen werden bei Dunkelheit mit Propangas-Anstrahlern beleuchtet. Das Propangas wird in Standard-Druckflaschen auf dem Floß bevorratet. Es ist ein regelmäßiger Austausch der Gasflaschen durch das Betriebspersonal des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes erforderlich.

Bild 1: Wahrschaufloß während der Erprobung auf dem Rhein.
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Mit dem Ziel, den Instandhaltungsaufwand für den Betrieb von Wahrschauflößen zu minimieren sowie deren Sicherheit zu erhöhen, wurde die Entwicklung und Konzipierung eines elektrisch betriebenen Wahrschaufloßes mit autarker regenerativer Energieversorgung veranlasst.

Durch die Fachstelle für Verkehrstechniken wurden spezielle Signallaternen und Anstrahlleuchten in LED-Technik entwickelt. Zur Energieversorgung der elektrischen Signaltechnik wurde eine regenerative Energieversorgung auf Basis von Strömungs-, Solar- und Windgeneratoren konzipiert. Hauptenergieversorger sind hierbei zwei unter wasser arbeitende Strömungsgeneratoren mit einer Spitzenleistung von je 100 W. Zur Zwischenspeicherung der erzeugten elektrischen Energie dient ein verschlossener Blei-Gel-Akkumulator mit einer Kapazität von 4 kWh. Vom Einsatzmodus abhängig wird die autarke Energieversorgung durch ein Methanol-Brennstoffzellen-(DMFC-)System ergänzt.

In Zusammenarbeit mit dem Bauhof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Koblenz wurde ein Wahrschaufloß auf den elektrischen Betrieb mit regenerativer Energieversorgung umgerüstet und durch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bingen erprobt.

Die Funktionen der Anlagenteile der Signaltechnik und der Energieversorgung des Floßes werden fernüberwacht. Des Weiteren werden mit Hilfe des GPS unzulässige Abweichungen von der Sollposition des Wahrschaufloßes auf dem Rhein sowie durch eine Sensorik Kollisionen mit Dritten erfasst und über GSM -Datenfernübertragung gemeldet.

In 2014 wurden durch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter Aschaffenburg und Mannheim je zwei Neubauten in Betrieb genommen. Die Signalanlagen dieser 13 m langen Wahrschauflöße sind ebenfalls mit LED-Technik ausgestattet und werden mit einer autarken photovoltaischen Energieversorgung elektrisch betrieben. Optional können Betriebszustände der Energieversorgung und der Lichtsignaltechnik sowie die Einhaltung der vorgegebenen Position (GPS-Positionsüberwachung) über eine Datenfernübertragung via GSM oder GPRS überwacht sowie AIS-Schifffahrtszeichengeräte (-AtoN) betrieben werden.

Derzeit erfolgt die sukzessive Umrüstung aller im Betrieb befindlichen Wahrschauflöße auf einen autarken elektrischen Betrieb mit LED-Technik und einer photovoltaischen Energieversorgung.

Bild 2: Akkumulatoren und Schalt- / Überwachungsanlage
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Bild 3: Strömungsgeneratoren unterhalb des Wahrschaufloßes
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Bild 4: Wahrschaufloß 13 m - Isometrische Darstellung
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Bild 5: Wahrschaufloß 13 m - WSA Aschaffenburg
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Bildnachweis: FVT