Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Fachstelle der WSV für Verkehrstechniken

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Allgemeines zur Leuchtfeuertechnik

Die FVT ist zu einem wesentlichen Teil aus dem Seezeichenversuchsfeld entstanden. Das Aufgabengebiet des Seezeichenversuchsfeldes in seinen Anfängen war die Erprobung und Beschaffung jeglichen Materials für die im Küstenbereich verwendeten meist visuellen Schifffahrtszeichen (insbesondere die lichttechnische Einrichtung der Leuchttürme). Das Aufgabengebiet "Schifffahrtszeichen" für die See- und Binnenwasserstraßen der WSV ist bis heute ein wesentliches Betätigungsfeld der FVT.

Leuchtturm Dornbusch
Bild 1: Klassisches Leuchtfeuer

Auch wenn mittlerweile zahlreiche funktechnische Navigationshilfen mit den Leuchtfeuern in Konkurrenz treten, können visuelle Schifffahrtszeichen insbesondere im küstennahen Bereich nicht ersetzt werden. Dabei spielen auch die Besonderheiten der Deutschen Seewasserstraßen eine Rolle, da sehr große Schiffe zum Beispiel über Elbe, Weser, Nord-Ostsee-Kanal oder Trave tief ins Binnenland geführt werden müssen. Die visuelle Navigation leistet gerade hier einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Von besonderer Bedeutung sind dabei die Richtfeuer und die Betonnung, die den Schwerpunkt der technischen Arbeiten ausmachen. 

Laterne Optik Leuchtturm Dornbusch
Bild 2: Blick in das Laternenhaus

Ziel der Arbeiten an Leuchtfeuern ist in der Regel die Minimierung der Unterhaltungskosten. Dazu ist es erforderlich, dass die Anlagen so aufgebaut sind, dass sie möglichst wenig manuelle Wartungsarbeiten benötigen. Die Wartungsarbeiten werden vor allem dann sehr teuer, wenn die Anlagen nur mit dem Schiff erreichbar sind. Das ist bei allen Leuchttonnen (Leuchtbojen) aber auch bei zahlreichen Leuchttürmen der Fall.

Um die Wartungsintervalle zu erhöhen, gibt es einige Möglichkeiten. Zum einen kann man so genannte Lampenwechseleinrichtungen verwenden, die bei einem Lampendefekt die Lampe automatisch wechseln. Außerdem sind in vielen Fällen Halogenglühlampen oder Entladungslampen mit deutlich höherer Lebensdauer einsetzbar.

Lampe Leuchtturm Amrum
Bild 3: Moderne Lampe in altem Turm

Eine neuartige Alternative für Leuchtfeuer mit relativ kleiner Tragweite sind Laternen mit Leuchtdioden als Lichtquelle. Man geht davon aus, dass Leuchtdioden 10 Jahre ohne Ausfall betrieben werden können. Aus technischen Gründen kann man allerdings bei Leuchtdioden meist nicht die vorhandenen Linsen weiter verwenden.

Zur Verlängerung der Wartungsintervalle werden auch intelligente Fernwirksysteme installiert, so dass der Zustand eines Leuchtfeuers von einer Zentrale aus gesteuert und überwacht werden kann. Als eine kostengünstige Alternative werden auch völlig autarke Leuchtfeuer mit Solar- oder Windenergieversorgung eingesetzt, die nur fernüberwacht sind. Solche Feuer besitzen eine eigene Steuerelektronik. Es ist keine Fernwirkung notwendig. Im Fehlerfall setzt die Elektronik eine Meldung ab und alarmiert damit das Wartungspersonal. Zahlreiche Feuer sind bereits in Zusammenarbeit der zuständigen Ämter mit der FVT entsprechend diesen Möglichkeiten optimiert worden. In der Regel versucht man dabei die Optik eines Leuchtfeuers weiter zu verwenden, da eine Neubeschaffung sehr teuer ist. Bei den notwendigen Umbaumaßnahmen bleibt die (Fresnel-) Linse daher meist unangetastet.

Scheinwerfer
Bild 4: Vermessung eines neuen Fresnelscheinwerfers

Will man neue Lampentypen oder Lampenwechsler einsetzen, muss auf das richtige Zusammenwirken der Bauteile mit der vorhandenen Optik geachtet werden. Es sind z.B. die folgenden Fragen zu beantworten:

Für all diese Fragen liefert die FVT die entsprechenden Antworten. Im Lichtlabor können auch die vor Ort geplanten Umbaumaßnahmen nachgestellt und vermessen werden. Dazu besitzt die FVT zahlreiche Fresnellinsen und eine umfangreiche auf die Belange der Schifffahrtszeichen angepasste Messtechnik. Die FVT bemüht sich auch um ausgemusterte Linsen, die im Bedarfsfall für andere Standorte aufgearbeitet werden.

Durch die zentrale Bearbeitung in der FVT ist ohne großen Verwaltungsaufwand eine Standardisierung der Anlagen sichergestellt.